Unsere aktuellen Nachrichten auf einen Blick

Tauferinnerungsgottesdienst in Tecklenburg

TECKLENBURG. Tauferinnerung für Erwachsene? Ein seltenes Angebot, dies ist dem Tecklenburger Gemeindepfarrer Björn Thiel bewusst. Da die Taufe im Baby- und Kleinkindalter auch heute noch gang und gäbe ist, die Entscheidung dafür dann von den Eltern getroffen wird, fehlen den meisten Christen die Erinnerung an die eigene Taufe. Für Thiel Grund genug, Abhilfe zu schaffen,

Die Gelegenheit, sich auf ungewöhnliche Weise mit einem Ereignis auseinanderzusetzen, das sie lediglich aus Erzählungen kennen, boten Thiel und sein Team der Gemeinde am letzten Aprilsonntag im Rahmen der „Inspiration am Abend“ in der Stadtkirche.

Bewegung im gesamten Gotteshaus statt still sitzen in der Kirchenbank? Ein Gang an acht Stationen entlang statt einer Predigt? Funktioniert das? Können und mögen sich die Gläubigen darauf einlassen? Experimentierfreude war gefragt. Und nur kurz währten die Zweifel, die Thiel im Vorfeld beschlichen hatten. Mehr als 40 Frauen und Männer kamen zu dem besonderen Gottesdienst, den der Pfarrer unter dem Motto „(t)aufgefrischt“ mit Christina Fliedner, Elke Klar, Julia Tegeler und Marina Wulfert vorbereitet hatte. Nicht nur dass so viele kamen, freute das Team, sondern auch die Bereitschaft der Christen, die sich gerne auf den „Stationenlauf“ einließen.

Acht Symbole zwischen Eingang und Chorraum, Kanzel und Brautfenster luden die Gläubigen dazu ein, sich an den Bund mit Gott zu erinnern, den die meisten von ihnen schon vor Jahrzehnten geschlossen hatten. Kurze liturgische Impulse an den Stationen und das gemeinsame Singen des Taizé-Liedes „Laudate omnes gentes“ zwischen ihnen sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Vom Taufbecken wandelte die Gruppe zum Abendmahlstisch und verfolgte das Entzünden der Tauf- an der Osterkerze. Auf der Tafel an der Kanzel fanden sich alle Gottesdienstbesucher namentlich wieder. Das für den Täufling in der Regel zu lange Taufkleid beschrieben die Frauen als Symbol für den Glauben, in den man auch erst hineinwachsen müsse wie in ein zu großes Kleidungsstück. Die Apostelgeschichte vom taufenden Philippus und vom getauften Äthiopier an der Kirchentür, die Pflanze als Symbol für ein neu beginnendes Leben vor dem Brautfenster sowie das Kreuz als Symbol  des Heils in der Bank waren weitere Stationen, bevor sich der Kreis am Taufbecken wieder schloss. Hier nahmen die Frauen und Männer gerne das Angebot an, sich mit dem Wasser aus dem Becken ein Kreuz in die Hand oder auf die Stirn zeichnen und sich einen Segensspruch mit auf den Weg geben zu lassen.  

„Die Frauen und Männer waren berührt von dem besonderen Ritual“, hat Pastor Björn Thiel beobachtet. Er freut sich, dass das Experiment geglückt ist. Jede Menge positiver Rückmeldungen bekam das Vorbereitungsteam am Ende der besonderen „Inspiration am Abend“. Viele wünschten sich eine Wiederholung der Tauferinnerung für Erwachsene, die von der Kirchenband „StückWerk“  musikalisch begleitet wurde. (del)

Text und Foto: Dietlind Ellerich

Zurück