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„Unaufdringlich, ruhig, aber immer präsent“ - Beliebte Krankenhausseelsorgerin Margarete Steinmann im Festgottesdienst verabschiedet

Margarete Steinmann wird fehlen: Im Kirchenkreis, in der Kirchengemeinde Lengerich und vor allem in der Krankenhausseelsorge der Helios-Klinik. Das wurde immer wieder deutlich in den Worten, die anlässlich der feierlichen Verabschiedung der beliebten Pfarrerin im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Stadtkirche fielen.

Nicht nur die Familie, auch viele Lengericher waren am ersten Septembersonntag gekommen, um die 64-jährige Margarete Steinmann in den wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden.

„Wir feiern diesen besonderen Gottesdienst für einen ganz besonderen Menschen“, machte Pfarrer Torsten Böhm gleich zu Beginn deutlich. „Mit ihr geht eine überaus geschätzte Kollegin voller Energie und Lebendigkeit“, so Böhm, der sogleich die Vorzüge Steinmanns aufzuzählen wusste: Freundlich, wertschätzend und respektvoll sei sie, habe ein sensibles und empathisches Wesen und sei in der Kirchengemeinde auch außerhalb des Krankenhauses mit viel Herzblut dabei gewesen. Dem konnte sich Superintendent André Ost nur anschließen: 33 Jahre habe sie verlässlich und kompetent ihren Dienst versehen, sei eine feste Größe und vertraute Ansprechpartnerin für Patienten und Klinikmitarbeitende gleichermaßen gewesen. Darüber hinaus hat sie als beratendes Mitglied im Presbyterium in all den Jahren auch die Entwicklung der Lengericher Kirchengemeinde mitbegleitet. „Unaufdringlich, ruhig, aber immer präsent – so hat Margarete Steinmann ihren Dienst ausgeübt.“ Eine wichtige Person sei sie auch im Kirchenkreis gewesen: Immer da, immer interessiert, „als eine wichtige Stimme in unseren Diskussionen wirst du fehlen.“

1988 begann Margarete Steinmann ihren Dienst in Lengerich – mit einer halben Stelle, die sie wegen ihrer Familie und dem elterlichen Hof in Lotte fast durchgehend beibehielt. Erst in den letzten fünf Jahren stockte sie ihre Stundenzahl auf und übernahm weitere Vertretungsaufgaben im Kirchenkreis. „Die Freude an der Seelsorge entwickelte sich schon sehr früh im Vikariat“, wusste der Superintendent zu berichten. Im Lengericher Krankenhaus, in dem Margarete Steinmann während ihrer Dienstzeit zwei Trägerwechsel miterlebte, gehörten neben den Gesprächen mit Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden die regelmäßigen Gottesdienste im Andachtsraum wie auch die Betreuung der örtlichen „Grünen Damen“ zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit. „Margarete Steinmann hinterlässt dort eine Lücke, die nicht so schnell zu füllen ist“, befand André Ost, denn eine Nachfolge sei aktuell noch nicht in Sicht. Der Superintendent freute sich darüber, dass die Seelsorgearbeit von Margarete Steinmann auch von Seiten der Geschäftsführung des Krankenhauses viel Anerkennung erfahren habe. 

Sie habe nun „Zeit für all das, was bisher immer zu kurz kam“, erklärte Andrea Klausmann, die zusammen mit Britta Jüngst vom kreiskirchlichen Seelsorgekonvent einen Abschiedsgruß an die geschätzte scheidende Kollegin richtete.

Für ihre Predigt hatte Margarete Steinmann eigens einen besonderen Bibelvers ausgesucht, der sie schon lange in ihrem Leben begleitet und der gleichzeitig auch themengebend für den Gottesdienst war: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin und diese Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen“ (1. Korinther 15.10).

Als Konfirmationsspruch sei ihr dieser Bibelvers einst zugewiesen worden. Sie habe lange Jahre damit gehadert, bis sie begriffen habe: „Ich bin ich - mit dem, was ich kann, und dem, was ich nicht kann.“ Der einst als Bevormundung missverstandene Spruch wurde ihr mit der Zeit zur Stütze in herausfordernden Zeiten: „Gott war nicht mehr die Instanz, die mich kleinmacht, sondern die, die mir Mut macht.“

Viele Menschen werden die sympathische, unaufgeregte Art und die einfühlsamen, wenn nötig aber auch durchaus energischen Worte der frischgebackenen Ruheständlerin, die offiziell am 31. August ihren letzten Arbeitstag hatte, vermissen. Vielleicht wird sie über kurz oder lang Aufgaben im Kirchenkreis übernehmen – aus freien Stücken und mit Spaß an der Mitgestaltung kirchlicher Bereiche. Die guten Wünsche, zahlreich im Anschluss an den Gottesdienst von Wegbegleitern und Freunden vorgebracht, werden sie dabei auf jeden Fall begleiten. Die Verabschiedung klang bei sonnigem Spätsommerwetter mit einem Empfang vor der Kirche aus.                               

Text: Claudia Ludewig

 

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