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Vierte Tecklenburger Orgelnacht begeisterte die Gäste

„Die Idee hat sich etabliert und zieht Kreise“, stellte Superintendent André Ost am Samstagabend zu-frieden fest. Zum Auftakt der vierten Tecklenburger Orgelnacht strömten die Besucher aus nah und fern in die kleine Ledder Dorfkirche. Auch Ulrike Lausberg, die das „Orgelkonzert-Hopping“ durch die denkmalwerten Gotteshäuser des Kirchenkreises vor sechs Jahren initiiert hatte und seitdem im Zwei-Jahres-Rhythmus organisiert, war begeistert von der Resonanz. Knapp 100 Frauen und Männer hatten sich für den Busservice und den Imbiss angemeldet. Hinzu kamen viele Orgelfreunde auf eigene Faust nach Ledde sowie später in die evangelischen Kirchen in Schale und Recke.

Unter dem Motto „Pfeifenklang und Saitenzauber“ hatte die Tecklenburger Organistin abwechslungsreiche Programme zusammengestellt, in denen völlig unbekannte, aber auch jedem bekannte Komponisten aus mehreren Jahrhunderten gespielt wurden. Sie hatte es sich zudem nicht nehmen lassen, Liedtexte dem Motto der Nacht anzupassen. So erklang am späten Abend in Recke ein vielstimmiges „Danke für manchen Saitenzauber, danke für deinen Pfeifenklang“.

Während Esther-Sophia Kantor aus Osnabrück an der Harfe und Nadja Kossinskaja aus Tecklenburg an der Gitarre für den Saitenzauber verantwortlich zeichneten, zogen Lausberg, Jurate Landsbergyte aus Litauen und Larissa Gurr, Organistin in Ledde, die Register, um die Orgelpfeifen erklingen zu lassen.

Was mit Bachs „Toccata und Fuge d-Moll“ in Ledde fulminant begann, endete in Recke mit einer ergreifenden „Introduktion und Fandango für Gitarre und Orgel“ von Luigi Boccherini. Dazwischen war viel Raum für Begegnungen und gute Gespräche, für Lesungen sowie für Informationen und Anekdoten rund um die Gotteshäuser.

„Unsere Tecklenburger Orgelnacht hat sich weit über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus herumgesprochen“, weiß die Projektleiterin Ulrike Lausberg. Sie freute sich über Gäste aus dem Münsterland, aus dem Ruhrgebiet, aus Hessen, Ostfriesland, den Niederlanden und sogar aus Stockholm und Arizona.

„Wo sitzen wir hier eigentlich“, fragte Dr. Ulrich Althöfer sich und die Gemeinde. Der Kunsthistoriker im Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen gestaltete die Intermezzi zwischen den Musikstücken. „Raum und Klang gehören zusammen“, ist der Fachmann überzeugt. Er lässt die viele Jahrhunderte lange Baugeschichte der Kirchen Revue passieren und trifft mit seinen pointierten Ausführungen den Nerv des Publikums.

Darunter sind viele Wiederholungstäter, mehrere bereits Jahren immer wieder dabei. Christa und Horst Meyer aus Westerkappeln gefällt die bunte Mischung aus Musik und Wissenswertem über die Kirchen. Die Ergänzung der Orgelmusik durch die Saiteninstrumente hat es Christa Meyer in diesem Jahr besonders angetan. Marlies und Dieter Schröer aus Mettingen hatten von ihrer ersten Orgelnacht vor zwei Jahren so geschwärmt, dass Schröers Bruder Hans es sich nehmen ließ, nun dabei zu sein. Für 2020 haben die beiden sich vorgenommen, ihren jüngsten Bruder Wilfried zur fünften Orgelnacht mitzunehmen.

 „Vielleicht haben wir Protestanten dem Gefühl zu lange misstraut“, gab Superintendent André Ost in seiner Lesung in Ledde zu bedenken. Musik könne manchmal wie Zauberei berühren, lud er die Besucher ein, sich trotz der Warnungen vor Zauberei und Verführung im Alten wie im Neuen Testament auf „diese Zauberei im guten Dienst der Lebensfreude“ einzulassen. „Dagegen hat unser guter Gott sicher nichts einzuwenden“, war Ost überzeugt. In Schale sprach Pfarrerin Annette Wendland, in Recke Pastorin Elke Böhne zu den Orgelfreunden.

Mit im Boot der vierten Tecklenburger Orgelnacht waren die drei Kirchengemeinden mit vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich für den Empfang im Dorfgemeinschaftshaus in Ledde und den Imbiss im Gemeindehaus in Schale stark gemacht hatten.

Der Eintritt zu den Konzerten war frei. Um Spenden wurde gebeten. „Ich kann mich darauf verlassen, dass genug Geld hereinkommt“, ist die Projektleiterin Ulrike Lausberg dankbar für die Unterstützung durch die Besucher und die zahlreichen Sponsoren.

Text: Dietlind Ellerich

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