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"Was so zum Sommer passt"

METTINGEN - Unter dem Titel „Sommermelodien“ feierten die Bewohner des Mettinger Altenheims Maria Frieden sowie der angrenzenden Reha-Klinik Anfang Juli ihr alljährliches Sommerfest im nahen Haus Telsemeyer. Zur musikalischen Verstärkung war in diesem Jahr erstmals der „Ki-Pop-Chor“ eingeladen worden. „Ki-Pop“, das ist die Abkürzung für „Kirche“ und „Pop“, doch beschränkt sich das Repertoire des vor 20 Jahren gegründeten Chors keineswegs nur auf diese Bereiche.

Gospel, Schlager, Klassik und natürlich die beiden namengebenden Genre eröffnen dem gut 70 Sängerinnen und Sänger zählenden Chor zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Auch wurde aus dem ursprünglich in der katholischen St. Agatha-Gemeinde gegründeten Chor ganz schnell ein ökumenischer, übernahm doch bereits ein Jahr nach der Gründung der evangelische Kreiskantor Martin Ufermann (Westerkappeln) die Leitung des „Ki-Pop-Chors“. Beim Sommerfest des Altenheims war der Chor zum ersten Mal dabei; Gertrud Lagemann, Vorsitzende des Bewohnerbeirates der Einrichtung, hatte den Kontakt hergestellt. „Die Bewohner singen sehr gerne“, verriet sie, und so hatte das Programm auch Mancherlei zum Mitsingen zu bieten. Relativ kurzfristig wurde ein passendes Programm aus geistlicher und weltlicher Musik zusammengestellt, auf Deutsch und Englisch, zum Anhören und Mitsingen, „was so zum Sommer passt.“

In zwei Auftritten präsentierten die Sängerinnen und Sänger ein buntes Programm von Pop bis Schlager („Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists), von Volksliedern (Geh aus, mein Herz, und suche Freud) über Gospel („Holy“) und zahlreichen modernen geistlichen Liedern („Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt“. Dazwischen trugen einige Grundschulkinder plattdeutsche Texte vor. Der Ki-Pop-Chor ist vor Allem auch ein kirchlicher Chor, der sowohl katholische als auch evangelische Gottesdienste regelmäßig mitgestaltet) bis hin zu Popmusik.

Mit launigen Worten führte Martin Ufermann durch das Programm, kommentierte das erste, zaghafte Mitsingen mit einem wohlwollenden: „Ja, das war doch schon ganz vielversprechend“, um dann mit den Worten „es gibt einen neuen Trend – Singen im Chor“ überzuleiten zu einem doppelten „Halleluja“. Beim ersten handelte es sich um das Ende des Musicaloratoriums „Bruder Martin“, im letzten September auf der Freilichtbühne Tecklenburg zum Abschluss des Reformationsjubiläums uraufgeführt, beim zweiten um Leonard Cohens bekannte und mittlerweile oft gecoverte Version.

„Vor der Pause kommt jetzt noch Musik, vor der mich meine Eltern immer gewarnt haben“, gab sich Martin Ufermann geheimnisvoll, um dann über den „Beat-Club“ der 1960-er Jahre den Bogen zu schlagen zu den Beatles, deren ebenfalls unsterbliche Musik vom Chor in einer üppigen Revue präsentiert wurde. Ob „Michelle“, „Let it be“ oder „She loves you“, hier kamen bei manch einem der älteren Zuhörer sichtlich Erinnerungen auf, und auch der Kreiskantor konnte sich eine persönliche Bemerkung dieser Musik nicht verkneifen: „Das steht nicht im „Gotteslob“ und auch nicht im „Gesangbuch“, gehört aber eigentlich da rein.“

Mehr als zwei Stunden Programm, dazu bestes Sonnenwetter – schöner konnten die Mettinger Senioren einen Sonntagnachmittag kaum verbringen.

Text: Claudia Ludewig

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