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Workshop zum Cardboard Printing macht Kids jede Menge Spaß

Das namibische Märchen von der cleveren Schildkröte, die mit Hilfe eines Tricks die eigentlich stärkeren Tiere Elefant und Nashorn beim Tauziehen alt aussehen lässt, bot den Westerkappelner Grundschülern viel Inspiration für die Drucke, die sie im Workshop mit Kerstin Hemker gestalten wollten.

Die Pfarrerin und Schulreferentin der Kirchenkreise Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken führte knapp 100 Drittklässler in die Technik des Cardboard Printing ein. Die Workshops im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Faszination: Namibia“ machten nicht nur jede Menge Spaß, sondern forderten den Kids auch einiges ab.

„Was müsst ihr tun, damit der Elefant grün bleibt“, will Kerstin Hemker von den Kindern wissen. Klingt einfach, ist es aber gar nicht. „Cardboard Printing ist eine intelligente Technik“, weiß Hemker und erklärt den Mädchen und Jungen genau, was sie in welcher Reihenfolge tun müssen, um einen wirklich guten Druck zu bekommen.

Nach einer Zeichnung entsteht eine Druckplatte aus dicker Pappe, die in verschiedenen Schichten auf Japan-Simili-Papier gedruckt wird. „Man muss nach vorne denken und den Begriff der Fläche verstehen“, erklärt Hemker das Prozedere, das auf einer alten namibischen Technik basiert. Nach und nach schneiden die kleinen Künstler mit einem Cuttermesser aus, was sie behalten wollen. „Ihr müsst so tief schneiden, dass ihr Fläche abziehen könnt“, macht sie den Grundschülern deutlich, dass es auf genaues Arbeiten ankommt.

„Blau drucken, Grün behalten“, lautet die mögliche Devise. Was das bedeutet, ist dann den Kindern klar. Wenn der Elefant grün bleiben soll, müssen sie ihn ausschneiden, bevor sie Blau auf die Platte auftragen. Schnitt für Schnitt arbeiten sie sich durch die Pappe, so dass nach mehreren Durchgängen auf dem Druckpapier farbenprächtige Bilder zu sehen sind. Auch beim Auflegen der Platte sind Präzision und Konzentration wichtig. „Wenn ihr es los lasst, dürft ihr es nicht mehr bewegen, sonst verrutscht es“, bittet Hemker die Kids um Vorsicht. Immer wieder weist sie die Mädchen und Jungen darauf hin, dass sie vor dem Schneiden und Abziehen der Kartonflächen genau überlegen müssen, was Weiß, Gelb, Rot, Blau oder Grün bleiben soll.

 Die namibische Druckmethode stamme aus der Zeit, als es den Menschen wegen ihrer Hautfarbe abgesprochen wurde, Künstler zu sein, erklärt Kerstin Hemker. John Ndevasia Muanfangejo war bis zur Unabhängigkeit 1990 der einzige schwarze Künstler, der über die anglikanische Kirche die Chance bekam, eine Ausbildung zu machen. Junge Künstler wie Alpheus Mvula hätten die Technik weiterentwickelt, statt des raren und teuren Holzes die Pappe von Werbeplakaten verwendet, die überall an den Geschäften hingen.

Seit vielen Jahren erarbeitet Kerstin Hemker das Cardboard Printing mit Erwachsenen und Schulklassen in Workshops.  

Text: Dietlind Ellerich

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