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Ufermann Jazzformation begeistert die Zuhörer

WESTERKAPPELN. Draußen blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, drinnen „Der Mond ist aufgegangen“. Klingt seltsam, aber wunderschön, besonders weil es sich um eine Zusammenführung des deutschen Abendliedes und seines arabischen Pendants handelt. Melodischer kann man kaum in die Pause gehen. Das sahen auch die Besucher der Westerkappeln Stadtkirche so, die noch sichtlich unter dem Eindruck des wunderbaren ersten Konzertteils standen, als sie auf dem Kirchplatz Sonne tankten.

Was als poetischer Dialog der Kulturen angekündigt war, hatte aber eher mit schrägen Tönen begonnen. Wer sich nicht so recht entscheiden mochte, ob da eine Säge im Einsatz war oder Kreide auf Tafel traf, wurde am Ende von Erhard Ufermann, Chef der gleichnamigen Jazzformation aus Wuppertal, aufgeklärt. Das Daxophon mit seinen überirdischen Klängen beherrsche, nachdem dessen Erfinder verstorben sei, nur noch das Ensemblemitglied Haro Eller.

„Salam“ heißt das Programm, das die Musiker um Ufermann und die marokkanische Sängerin Hayat Chaoui im Rahmen der Informationsausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ des Vereins Wabe, der evangelischen Kirchengemeinde und der evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg in Westerkappeln spielen. Und was zu Beginn und zum Schluss so ganz und gar nicht friedlich klingt, entwickelt sich dazwischen tatsächlich zu einer Brücke zwischen den Kulturen, den Religionen, den Welten.

Ob das arabische „Salam“, das hebräische „Shalom“ oder das deutsche „Frieden“, die Sehnsucht danach in unserer konfliktreichen Welt sei sehr groß, ist Pastorin Adelheid Zühlsdorf-Maeder, die die Besucher im Namen der Erwachsenenbildung begrüßt, sicher. Ihrer Einladung, sich auf die Melange aus lyrischen Kompositionen Erhard Ufermanns, aus Jazz, Chanson, alten spirituellen Liedern aus drei Religionen sowie Texten einzulassen, folgen die Frauen und Männer aus verschiedenen Kulturen gerne.

Im Konzert mit Sängerin Hayat Chaoui, Erhard Ufermann (Komponist und Pianist), Arrangeur Dieter Nett (Saxophon und Klarinette), Haro Eller (Daxophon und Gitarre), Jörg Dausend (Schlagzeug), Perkussionist Thomas Lensing und Martin Zobel (Trompete und Flügelhorn) begegnen sich zeitgenössischer Jazz und jahrhundertealte jüdische, islamische und christliche musikalische Traditionen auf Augenhöhe.

Nicht nur träumend genießen durften die Besucher, sie mussten auch selber ran. „Das nächste Stück singen wir mit dem Chor, der hier sitzt“, lud Sängerin Hayat Chaoui die Menschen in den Kirchen-bänken dazu ein, einzustimmen in das Lied „Salam Mawlana“. Gut zwei Stunden lang überzeugten Ensemble und Solisten mit schwungvollen wie elegischen Arrangements. Das sichtlich beeindruckte Publikum dankte den Akteuren mit stehenden Ovationen.

Text: Dietlind Ellerich

 

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