Die AG Sexualisierte Gewalt.

Sexualisierte Gewalt

Als Kirche wollen wir ein Schutzort sein, in erster Linie für diejenigen, die besonders schutzbedürftig sind. Wenn wir uns dem Thema in unserem Kirchenkreis widmen, dann wollen wir den Opfern sexualisierter Gewalt zeigen, dass wir ihnen Schutz und Hilfe geben.

Der Synodenbeschluss vom 1. Juli 2019 im Wortlaut:

Die Sommersynode 2018 im Kirchenkreis Tecklenburg hat den Anstoß zur Erarbeitung eines Schutzkonzeptes für Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch gegeben. Seitdem hat eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Pfarrerin Dr. Britta Jüngst Bausteine für ein Schutzkonzept zusammengetragen. Die Arbeitsgruppe führte die vorhandenen vielfältigen Kompetenzen aus Kirche und Diakonie im Kirchenkreis Tecklenburg zusammen.

Die Synode dankt der AG für die engagierte Arbeit an diesem Thema und nimmt das vorbereitete Material entgegen:

  • Notfallplan zur Vorgehensweise im Verdachtsfall
  • Mindmap für den Krisenstab
  • Dokumentationsbogen zur schriftlichen Erfassung
  • Fallbeispiel
  • Selbstverpflichtungserklärung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
  • Selbstverpflichtungserklärung für kirchliche Arbeitsverträge
  • Liste der Unterstützungsangebote
  • Beratervertrag mit dem Kinderschutzbund Rheine
  • Information über das landeskirchliche Präventionskonzept

Selbstverpflichtung des Ev. Kirchenkreises Tecklenburg

Aus dem christlichen Menschenbild erwachsen die Verantwortung und der Auftrag, Menschen im Wirkungskreis der Kirche, insbesondere Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene, mit Respekt zu behandeln und ihre Würde zu schützen.

Der Evangelische Kirchenkreis Tecklenburg setzt sich für einen wirksamen Schutz vor allen Formen von Gewalt, auch vor Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, ein und wirkt auf Aufklärung und Hilfe zur Unterstützung Betroffener hin. Der kirchliche Auftrag verpflichtet alle in der Kirche Mitwirkenden zu einer Haltung der Achtsamkeit, der Aufmerksamkeit, des Respekts und der Wertschätzung sowie der grenzachtenden Kommunikation durch Wahrung persönlicher Grenzen gegenüber jedem Mitmenschen.

So ist es dem evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg ein Anliegen, dass auf kreiskirchlicher wie auf gemeindlicher Ebene Konzepte zum Schutz vor Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung in Kraft gesetzt werden.

Wir nehmen Hinweise auf Verdachtsfälle von Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung ernst und bieten den Betroffenen Beratung und Unterstützung an. Wir erarbeiten Verfahren und Strukturen, um übergriffiges, grenzverletzendes Verhalten möglichst zu verhindern oder, wo das nicht gelungen ist, es so schnell wie möglich zu unterbinden.

Wir wirken darauf hin, dass sich alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, in besonderem Maße die in der Kinder- und Jugendarbeit Tätigen, mit dem Schutz vor Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung eingehend beschäftigen, eine Selbstverpflichtungserklärung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen unterschreiben und sich regelmäßig thematisch fortbilden lassen.

Selbstverpflichtungserklärung zum Schutz vor sexuellem Missbrauch

Alle kirchlichen Arbeitsverträge sollen künftig eine Selbstverpflichtungserklärung zum Schutz vor sexuellem Missbrauch enthalten. Die Unterzeichnung einer solchen Erklärung wird zum Standard beim Abschluss von Arbeitsverträgen erhoben. Alle bestehenden Arbeitsverträge sollen um die Selbstverpflichtungserklärung ergänzt werden.                                                                                                  

Als Vorbild für die Selbstverpflichtungserklärung dient die Erklärung der Jugendkammer der EKvW zum Kindesschutz für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Präventionskonzept

Der Ev. Kirchenkreis Tecklenburg unterstützt das Präventionskonzept der Evangelischen Kirche von Westfalen, das durch die Schulung geeigneter Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Voraussetzung dafür schafft, dass die Präventionsarbeit im Kirchenkreis stattfinden kann. Der Kirchenkreis wird geeignete Multiplikatoren ausbilden lassen und diese mit der Erarbeitung eines auf den Bedarf des Kirchenkreises zugeschnittenen Präventionskonzeptes und der Durchführung von Schulungen beauftragen. Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel werden bereitgestellt.

Die Kreissynode erteilt den Auftrag, ein Präventionskonzept mit dem Ziel der Schulung aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden für den Kirchenkreis Tecklenburg zu erarbeiten.

Weiterarbeit in den Kirchengemeinden

Die Kreissynode empfiehlt den Kirchengemeinden im Kirchenkreis, die vorgelegten Ergebnisse der AG für den Verantwortungsbereich ihrer eigenen Körperschaft zu übernehmen und anzuwenden. 

Die Anwendung der Selbstverpflichtungserklärung soll sowohl für kirchengemeindliche Arbeitsverhältnisse als auch für den Bereich der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit umgesetzt werden. Hier wird insbesondere auf die Notwendigkeit erweiterter Führungszeugnisse hingewiesen.   

 

Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Britta Jüngst

Dr. Britta  Jüngst

Pfarrerin

Hörstkamp 12
48431 Rheine

Telefon: 05971-461329

Kontakt per E-Mail