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Ausstellung "Begegnungen – Zeitgenössische Kunst aus Simbabwe“ eröffnet

IBBENBÜREN-DÖRENTHE – Afrikanische Kunst, da schwingen Gedanken an Palmen, Sonne und Hitze mit. Genau diese Attribute waren es aber passenderweise auch, die Mitte Juli die Ausstellungseröffnung „Begegnungen – Zeitgenössische Kunst aus Simbabwe“ auf dem NaturaGart-Gelände in Ibbenbüren-Dörenthe begleiteten. Denn diesen Ort hatten sich die Kirchenkreise Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken sowie die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft für ihr Kooperationsprojekt – eine Ausstellung mit Skulpturen von Künstlern aus Simbabwe – ausgesucht.

Palmen, die sind auch auf dem NaturaGart-Gelände reichlich zu finden, insbesondere rund um den „Tempel“, der mit seinem rustikalen Ambiente die perfekte Kulisse für die vorwiegend aus schwarzem Serpentin gefertigten Skulpturen darstellte – und gleichzeitig den zahlreichen Vernissage-Besuchern Schutz vor Hitze und Sonne bot. Dazu glitzerte das Wasser des angrenzenden Teichs – eine traumhafte, tropisch anmutende Umgebung für die exotische Kunst aus dem Herzen Afrikas.

Das Hauptaugenmerk der ausstellenden Künstler lag auf menschlichen Figuren und Köpfen, die in ihrer stark reduzierten Formensprache und aufgrund des verwendeten, oftmals schwarzglänzend polierten Materials eine sehr starke Wirkung erzielten, sowie auf Fischen, mal einzeln, mal sich in größerer Zahl zu einem fröhlichen Turm erhebend. Große Begeisterung der Besucher war hier zu sehen, und so verwundert es kaum, dass bereits vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung einzelne Werke verkauft (und bedauerlicherweise auch entfernt) worden waren.

Doch Kaufen war bei dieser Ausstellung ausdrücklich dringend erwünscht; „das brauchen die Künstler in Simbabwe“, erklärte Dr. Reinhold Hemker, Präsident der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft und Joachim Anicker, Superintendent des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, befand: „Was hier heute geschieht, ist etwas ganz Wertvolles.“ So hätten die Künstler in Simbabwe keine lokalen Märkte mehr, auf denen sie ihre Werke verkaufen könnten. In Deutschland dagegen werde durch Austausch und Ausstellungen zunächst der Kontakt mit dem Unbekannten gefördert und anschließend die Wahrnehmung, wieviel Wertvolles es in Simbabwe und anderen afrikanischen Ländern zu entdecken gibt.

Bereits vor zwei Jahren hatte der evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken, der seit 2013 eine Partnerschaft mit der evangelisch-lutherischen Kirche in Simbabwe unterhält, die Ausstellung „Weite wirkt“ organisiert. Dass die neue Ausstellung nicht in seinem Kirchenkreis stattfinde, habe er erst schade gefunden, erzählt Joachim Anicker. Doch nachdem er das „NaturaGart“-Gelände gesehen habe, sei er von diesem Standort voll überzeugt.

„Wir haben einen kirchlichen Bezug nicht nur in Deutschland“, stellte Reinhold Hemker in seiner Begrüßung klar. Auch die Künstler seien sehr kirchenbezogen, es gebe in Afrika eine bunte, farbige und vielfältige Kirche, und so wollen die Künstler gemeinsam mit dem Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken ein Bildungsprojekt unterstützen: Mit dem Reinerlös aus den Ausstellungsverkäufen sowie Spenden sollen der Bau und die Ausstattung der naturwissenschaftlichen Räume der Martin-Luther-Sekundarschule in Burure, Simbabwe, unterstützt werden. Das sei ganz besonders wichtig, findet Reiner Nolten, Vorsitzender des Vereins „Meister für Afrika“, der darauf verwies, wie schlecht es um Simbabwe im internationalen Vergleich bestellt sei. Doch „Bildung kann man den Menschen nicht nehmen“, so Nolten, und ein vom Kirchenkreis unterstütztes Bildungsprojekt sei gleich in doppelter Hinsicht gut: „Dieses Land ist so stark christlich geprägt, gegen die Kirche macht da keiner was.“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt Schulreferentin Kerstin Hemker auf das Ausstellungsprojekt, das auch mit zwei Projekten an hiesigen Schulen (darunter die Q1 des Goethe-Gymnasiums Ibbenbüren) einherging. Schließlich geht Hemker in zwei Monaten in den wohlverdienten Ruhestand, doch nicht ohne sich zuvor noch ihren Herzenswunsch, die Ausstellung mit simbabwischen Künstlern, erfüllt zu haben.

Noch bis zum 19. August ist die Ausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr bei NaturaGart zu sehen (Eintritt: 3 Euro). Bis auf wenige Skulpturen sind die Ausstellungsstücke im geschützten „Tempel“ zu finden. Dazu gibt es diverse Workshops sowie ein Finissage-Benefizkonzert.

Text: Claudia Ludewig

 

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